Wie viel Gehalt bekommt ein Steuerfachangestellter in der Ausbildung? Überblick über Verdienst und Ablauf
von taxspotting Redaktion 27. Februar 2026
Wie viel Gehalt man als Steuerfachangestellter in der Ausbildung bekommt, ist für viele Bewerber ein zentrales Thema, wenn sie sich für diesen Beruf entscheiden. Die gute Nachricht: Im Vergleich zu vielen anderen kaufmännischen Berufen ist die Vergütung sehr solide, das Steuerwesen ist krisensicher und die Karriereperspektiven sind stark.
In diesem Artikel erfährst du, wie sich dein Gehalt in den Ausbildungsjahren entwickelt, wie viel Netto vom Brutto bleibt und welche Kosten für eine Ausbildung zum Steuerfachangestellten anfallen.
So läuft die Ausbildung zum Steuerfachangestellten ab
In den meisten Kanzleien beginnt die Ausbildung im August oder September, parallel zum Start des Berufsschuljahres. Manche Betriebe lassen auch einen Einstieg zum Jahresanfang zu, wenn kurzfristig ein Platz frei wird.
Die klassische duale Ausbildung dauert drei Jahre. Vom Beginn der Ausbildung bis zum Ende der Ausbildung durchläufst du dabei einen klaren Ablauf:
- Erstes Ausbildungsjahr: Kennenlernen von Kanzlei, Mandanten und Grundlagen der Buchhaltung.
- Zweites Ausbildungsjahr: Vertiefung in Steuererklärungen, Lohnabrechnungen und erste eigene Fälle.
- Drittes Ausbildungsjahr: Vorbereitung auf Zwischenprüfung und Abschlussprüfung, mehr Verantwortung im laufenden Steuerwesen.
Die Zwischenprüfung im zweiten Jahr
Die Zwischenprüfung findet meist im zweiten Ausbildungsjahr statt. Sie prüft, ob du auf dem richtigen Weg bist, hat aber keinen direkten Einfluss auf dein Ausbildungsgehalt. Sie ist aber ein wichtiges Signal an deinen Ausbilder: Gute Leistungen können spätere Gehaltsverhandlungen nach dem Ende der Ausbildung erleichtern.
Wenn du dich noch mehr über Studienwege im Steuerwesen informieren möchtest, lohnt sich unser Artikel „Steuerrecht Studium“. Dort siehst du, welche akademischen Alternativen und Aufstiegschancen es nach der Ausbildung gibt.
Steuerfachangestellter: Gehalt nach Ausbildungsjahr
Kommen wir zu den Zahlen. Beim Gehalt für die Ausbildung zum Steuerfachangestellten orientieren sich viele Kanzleien an den Empfehlungen der regionalen Steuerberaterkammern. Die tatsächlichen Gehälter hängen von Bundesland, Kanzleigröße und deinem Schulabschluss ab. Die folgenden Werte sind typische Spannbreiten auf Basis der aktuellen Empfehlungen:
- Erstes Ausbildungsjahr: ungefähr 1.000 bis 1.150 Euro Brutto im Monat
- Zweites Ausbildungsjahr: ungefähr 1.100 bis 1.250 Euro Brutto im Monat
- Drittes Ausbildungsjahr: ungefähr 1.200 bis 1.350 Euro Brutto im Monat
Brutto bedeutet, dass hiervon noch Steuern und Sozialabgaben abgehen. Netto ist der Betrag, der am Ende auf deinem Konto landet.
Im ersten Ausbildungsjahr liegt das Netto-Gehalt oft nur wenig unter dem Brutto, weil die Steuerbelastung bei Azubis gering ist. Mit steigendem Ausbildungsjahr wächst das Brutto, der Abstand zum Netto wird etwas größer. Dein Nettogehalt hängt von deinem Bundesland, deiner Steuerklasse und weiteren Faktoren ab. Bei einem Gehalt von 1.350 Euro bleiben dir noch knapp über 1.000 Euro Netto über.
Viele Kanzleien bieten zusätzlich:
- Urlaubs- und Weihnachtsgeld
- Zuschüsse zum Jobticket oder zu Lernmitteln
- Übernahme der Kosten für Prüfungsvorbereitungskurse
Brutto und Netto verstehen – Einfluss von Steuerwesen und Familienstand
Damit du dein Gehalt in der Ausbildung zum Steuerfachangestellten realistisch einschätzen kannst, solltest du Brutto und Netto klar unterscheiden. Brutto ist dein vertraglich vereinbarter Lohn. Davon gehen ab:
- Beiträge zur Krankenversicherung
- Rentenversicherung
- Arbeitslosenversicherung
- Pflegeversicherung
- gegebenenfalls Lohnsteuer und Solidaritätszuschlag
Was übrig bleibt, ist dein Netto. Im niedrigen Einkommensbereich von Azubis fallen oft nur Sozialversicherungsbeiträge an, die Lohnsteuer ist meist sehr gering oder entfällt ganz. Trotzdem ist der Unterschied zwischen Brutto und Netto wichtig, wenn du deine Miete oder dein Auto finanzieren willst.
Verheiratet oder nicht: Der Unterschied im Gehalt eines Steuerfachangestellten
Ein häufiges Thema ist dabei das Gehalt in der Ausbildung zum Steuerfachangestellten, wenn man verheiratet ist. Grundsätzlich bleibt das Brutto gleich, egal ob du verheiratet bist oder nicht. Die Höhe vom Netto kann sich aber verändern, weil sich mit der Ehe die Lohnsteuerklasse ändern kann. Verheiratete Arbeitnehmer können zwischen verschiedenen Lohnsteuerklassenkombinationen wählen, zum Beispiel Klasse 3 und 5 oder beide gehen in die Steuerklasse 4. Bei einem typischen Azubi-Lohn ist der Effekt beim Netto oft begrenzt, aber spürbar.
Wichtig ist: Das Steuerwesen in Deutschland ist so aufgebaut, dass am Jahresende über die Einkommensteuererklärung ein Ausgleich erfolgt. Wenn du während des Jahres durch deine Lohnsteuerklasse etwas mehr Steuer gezahlt hast, kann ein Teil davon in der Steuererklärung wieder zurückfließen. Im Unterricht der Berufsschule lernst du genau, wie das funktioniert und warum Brutto und Netto im Steuerrecht so eng zusammenhängen.
Die Frage nach dem Gehalt in der Ausbildung zum Steuerfachangestellten, wenn man verheiratet ist, solltest du daher immer im Zusammenhang mit deiner gesamten Lebenssituation sehen: Verdient dein Ehepartner viel oder wenig, gibt es Kinder, welche Steuerklassen-Kombination wurde gewählt? Dein Ausbilder oder ein Steuerberater in der Kanzlei kann dir dazu meist eine erste Einschätzung geben.
Zwischenprüfung, Ausbildungsjahr und Gehaltsperspektive
Die Zwischenprüfung ist ein wichtiger Meilenstein im zweiten Ausbildungsjahr. Sie besteht meist aus schriftlichen Aufgaben zu Buchführung, Steuerlehre und Wirtschaftsrecht. Bestehst du die Zwischenprüfung sicher, ist das ein gutes Zeichen dafür, dass du fachlich auf Kurs bist. Für dein Gehalt in der Ausbildung zum Steuerfachangestellten hat die Zwischenprüfung zwar selten einen direkten Einfluss, aber sie ist wichtig für deinen weiteren Karriereweg.
Im dritten Ausbildungsjahr beginnt die gezielte Vorbereitung auf die Abschlussprüfung. In dieser Phase übernehmen viele Auszubildende bereits verantwortungsvollere Aufgaben im Steuerwesen, zum Beispiel:
- eigenständige Bearbeitung kleinerer Buchhaltungen
- vorbereitende Tätigkeiten für Jahresabschlüsse
- Mithilfe bei Lohn- und Gehaltsabrechnungen
- Austausch mit Mandanten zu einfachen Rückfragen
Manche Kanzleien honorieren diese Verantwortung mit einer leichten Erhöhung beim Brutto innerhalb eines Ausbildungsjahres oder mit einer Prämie bei sehr guten Noten. Spätestens mit dem Ende der Ausbildung und der Übernahme in ein Angestelltenverhältnis steigt dein Lohn deutlich an. Aus deinem Ausbildungsgehalt wird dann ein Einstiegsgehalt als ausgebildeter Mitarbeiter, das je nach Region oft im Bereich von etwa 2.400 bis 3.000 Euro Brutto liegt.
Kosten für deine Ausbildung zum Steuerfachangestellten und was übrig bleibt
Die Kosten für eine Ausbildung zum Steuerfachangestellten sind im dualen System überschaubar, aber du solltest sie nicht unterschätzen. Typische Kosten für eine Ausbildung zum Steuerfachangestellten sind:
- Fahrtkosten zur Kanzlei und zur Berufsschule
- Lernmittel wie Gesetzestexte, Fachbücher und Arbeitshefte
- gegebenenfalls Laptop oder Tablet für Berufsschule und Kanzlei
- Prüfungsgebühren, teilweise können diese vom Betrieb übernommen werden
Viele Berufsschulen sind staatlich, daher fallen keine Schulgebühren an. Private Bildungsträger können jedoch Gebühren verlangen. Diese Kosten für eine Ausbildung zum Steuerfachangestellten trägt oft der Umschüler selbst, wenn es sich nicht um eine klassische duale Ausbildung handelt, sondern um eine schulische oder geförderte Variante.
