Praktikum als Steuerfachangestellter: Aufgaben, Bezahlung, Bewerbung – alles, was du wissen musst
von taxspotting Redaktion 07. April 2026
Du überlegst, Steuerfachangestellter zu werden? Dann ist ein Praktikum wohl die ehrlichste Probe, um abzuklären, ob der Beruf wirklich das richtige für dich ist. Du erlebst den Alltag in der Kanzlei, arbeitest an echten Fällen mit und merkst schnell, ob Zahlen, Gesetze und Mandantenkontakt dir liegen.
In diesem Artikel erfährst du, was ein solches Praktikum beinhaltet, wie die Bewerbung gelingt und ob du bezahlt wirst.
Was macht ein Steuerfachangestellter?
Kurz gesagt: Steuerfachangestellte unterstützen Steuerberater bei allem, was mit Steuern, Buchführung oder Jahresabschlüssen zu tun hat. Sie sortieren Belege, buchen Geschäftsvorfälle, prüfen Bescheide der Finanzämter und haben Kontakt zu Mandanten.
Im Alltag bedeutet das:
- Du arbeitest täglich mit Zahlen und Belegen.
- Du lernst wichtige Steuergesetze kennen, etwa das Einkommensteuergesetz.
- Du arbeitest mit KanzleiSoftware, häufig Programmen von DATEV.
- Du siehst, wie eine Steuererklärung von der Belegsammlung bis zum fertigen Bescheid entsteht.
- Du bekommst Einblicke in Gespräche zwischen Steuerberater und Mandant.
Wenn du dich ohnehin fragst, ob du später Steuerberater werden möchtest, lohnt sich zusätzlich ein Blick auf das Thema Steuerrecht Studium. (https://dbbdata.de/blog/steuerrecht-studium/)
Was beinhaltet ein Praktikum zum Steuerfachangestellten?
Wie das Praktikum genau aussieht, hängt immer auch davon ab, in welcher Kanzlei du landest. Manche Betriebe nehmen Praktikanten von Anfang an mit in den Arbeitsalltag und zeigen offen, wie Buchführung, Steuererklärungen und Mandantenkommunikation funktionieren. Andere lassen dich eher nur am Rand zuschauen. Im besten Fall bekommst du aber nicht nur einen Platz neben dem Kopierer, sondern echte Einblicke in den Beruf und darfst bei typischen Aufgaben mit anpacken.
Typische Inhalte sind:
- Organisation:
- Kennenlernen der Kanzleiabläufe
- Posteingang und Postausgang vorbereiten
- Akten anlegen und abheften
- Buchführung:
- Belege nach Datum und Art sortieren
- Einfache Buchungssätze nachvollziehen
- Einsicht in die Finanzbuchhaltung von Mandanten
- Steuern:
- Einblick in Einkommensteuer-, Lohnsteuer- und Umsatzsteuererklärungen
- Vorbereitung von Unterlagen für den Steuerberater
- Verständnis, wie Regeln aus den Steuergesetzen in der Praxis angewendet werden
- Mandantenkontakt:
- Telefonate mithören
- Bei Besprechungen im Hintergrund sitzen
- Erleben, wie Berater komplexe Themen einfach erklären
Unser Tipp: Frag schon im Bewerbungsgespräch nach, welche Aufgaben dich konkret erwarten. So merkst du schnell, ob die Kanzlei dir wirklich etwas beibringen möchte oder ob du am Ende doch vor allem mit Ablage und Routinearbeiten beschäftigt bist. Ein gutes Praktikum sollte dir die Chance geben, den Beruf realistisch kennenzulernen.
Wird ein Praktikum zum Steuerfachangestellten bezahlt?
Das hängt von Dauer und Art deines Praktikums ab. Scheue dich nicht, das Thema im Gespräch offen anzusprechen. Grundsätzlich gilt in Deutschland:
- Schulpraktikum: Pflichtpraktika, die von der Schule vorgeschrieben sind, werden meistens nicht bezahlt.
- Freiwilliges Kurzpraktikum bis zu drei Monaten: Hier kann die Kanzlei eine Aufwandsentschädigung zahlen – kann. Viele Kanzleien geben zumindest einen Zuschuss, etwa zu Fahrtkosten oder ein kleines Taschengeld.
- Längeres freiwilliges Praktikum vor einer Ausbildung: Dauert es länger als drei Monate und ist es nicht Teil von Schule oder Hochschule, kann eine Bezahlung in Höhe des gesetzlichen Mindestlohns relevant werden. Viele Kanzleien nutzen solche Praktika gezielt, um zukünftige Auszubildende kennenzulernen – und zahlen dann auch eher.
Am Ende zählt aber nicht nur die Bezahlung. Wenn du im Praktikum viel lernen darfst, dich in Programme einarbeitest und echte Aufgaben bearbeitest, kann der fachliche Gewinn mehr wert sein als ein kleiner Stundenlohn. Und: Ein starkes Praktikum ist oft der direkte Weg zu einem Ausbildungsplatz als Steuerfachangestellter.
Bewerbung für ein Praktikum zum Steuerfachangestellten
Deine Bewerbung ist deine Visitenkarte. Wer sich Mühe gibt, fällt positiv auf.
Das sollten deine Bewerbungsunterlagen enthalten:
- Anschreiben mit Bezug zum Praktikum
- Lebenslauf mit Schwerpunkt Schule und Nebenjobs
- aktuelles Zeugnis
- wenn vorhanden: Praktikumsbescheinigungen oder Engagement, etwa Nachhilfe, Schülerfirma oder Ehrenamt
Im Anschreiben kannst du direkt deine Motivation klären. Erwähne darin ruhig, dass du dich schon informiert hast, etwa über den oben genannten Artikel zu Studienwegen im Steuerrecht (https://dbbdata.de/blog/steuerrecht-studium/). Das zeigt, dass du dich ernsthaft mit dem Berufsfeld beschäftigst.
Die Bewerbung für ein Praktikum zum Steuerfachangestellten sollte klar, fehlerfrei und gut strukturiert sein. Lass sie von einem Lehrer oder einer anderen Vertrauensperson gegenlesen. Gerade Rechtschreibfehler machen bei einem zahlen- und textlastigen Beruf keinen guten Eindruck.
Weitere Tipps für dein Praktikum zum Steuerfachangestellten
Viele Kanzleien bieten Praktikumsstellen an, um zukünftige Azubis kennenzulernen. Wenn du einen guten Eindruck machst, kann sich direkt die Tür zur Ausbildung öffnen.
Nutze die Zeit aktiv. 4 Tipps:
1. Frag nach, wenn du etwas Fachliches nicht verstehst.
2. Bitte freundlich, bei interessanten Aufgaben zuschauen zu dürfen.
3. Notiere dir Begriffe, die du später nachschlagen willst.
4. Sprich früh an, wenn du dir eine Ausbildung in der Kanzlei vorstellen kannst.
